Highlight
- 🏠 Elegantes Dachstock-Ambiente mit Gebälk und weiss getünchten Wänden
- 🍝 Kreative saisonale Küche mit Gourmet-Niveau – besonders am Mittag ein sensationelles Preis-Leistungs-Verhältnis
- 💁 Zuvorkommender, unaufdringlicher Service mit Stil
- 💰 Mittagsmenü ab CHF 30 mit Suppe, Salat und Hauptgang – unschlagbar
Das Restaurant Haberbüni Bern ist in der Berner Gastronomie-Szene ein fester Begriff. In einem grossen Haus mit viel Umschwung lockt es Geniesser mit seiner Gourmet-Küche nach Bern-Liebefeld. Aufgrund der Lage wäre die Bezeichnung Haberbüni Liebefeld vielleicht präziser.
Unser Besuchserlebnis in der Haberbüni Bern
Versteckt elegant im Dachstock
Die Gäste finden die Haberbüni Bern nicht zufällig, sondern besuchen sie bewusst. Denn die Haberbüni liegt im Liebefeld, abseits des Durchgangsverkehrs. Bei der Einfahrt weisen einfache Schilder mit der Aufschrift “Haberbüni” auf das Restaurant hin. Laufkundschaft gibt es hier kaum.
Von aussen wirkt das Restaurant wie ein stilvolles Bauernhaus. Rundherum gibt es Bäume und einen Kiesplatz mit Tischen. Auch der Eingang zum Restaurant ist etwas versteckt: Zuerst geht es die Treppe hinauf. Betritt man die Türe, präsentiert sich dem Gast ein grosser Dachstock mit Gebälk und weiss getünchten Wänden – ein elegantes Ambiente.
Der Service ist freundlich und zuvorkommend. Das Personal serviert gekonnt, beispielsweise beim Schöpfen der Suppe, ist aber dennoch unaufdringlich. Es gab jedoch keine Momente, in denen wir gemeinsam herzlich gelacht hätten. Schade eigentlich.
Saisonales Angebot mit kreativen Gerichten
Wir besuchten die Haberbüni am Mittag. Die Lunchkarte bietet Tagesmenüs sowie einen Businesslunch. Die Tagesmenüs werden mit Suppe und Salat serviert, was ich bisher anderswo noch nicht erlebt habe. Zudem sind sie mit rund CHF 30 sehr attraktiv. Der Business Lunch besteht aus vier Gängen, die kreativ und vielversprechend klingen. Mit rund CHF 70 ist er preislich im gehobenen Segment angegliedert.
Zusätzlich kann man aus à la carte Gerichten wählen. Hier serviert die Haberbüni Klassiker wie ein Piemonteser Tatar oder ein Entrecôte. Die Speisekarte ergänzen saisonale Gerichte. Ich entschied mich für das Mittagsmenü: Barbecue-Kalbshalsbraten, dazu Saisongemüse und Nudeln.
Mittagsmenü auf Gourmet-Niveau
Zunächst wurde die Suppe serviert, stilvoll aus dem Suppentopf. Eine Suppenkelle passte exakt in den Teller. Die Haberbüni Bern hatte an diesem Mittag eine Weissweinsuppe mit weissem Spargel zubereitet. Die Farbe war etwas blass, was aber angesichts der Zutaten nachvollziehbar war. Da die Bedienung die Suppe direkt am Tisch ausschöpft, verzichtet man auf zusätzliche Dekoration. Der Weisswein war deutlich spürbar, gepaart mit einem feinen Spargelgeschmack. Die Konsistenz war schön cremig, aber die Suppe hätte etwas heisser sein können.
Der Salat bestand aus verschiedenen Blattsalat-Sorten, ergänzt durch Gurkenwürfel. Verschiedene Kerne sowie ein Balsamico-Dressing rundeten den Salat ab. Für einen Menüsalat war er abwechslungsreich und lecker.
Der Hauptgang war ein Barbecue-Kalbshalsbraten. Die Küche hatte ihn perfekt gebraten, wie die schöne rosa Farbe zeigte. Er hatte wunderbare Barbecue-Aromen, was darauf schliessen lässt, dass er im Rauch gegart wurde. Auf den Punkt gegartes Gemüse begleitete das Gericht: Frühlingszwiebel, kleine Rüben und Spinat. Dazu gab es breite Nudeln – vermutlich Pappardelle – sowie eine dunkle, konzentrierte Sauce. Solche Saucen mit wunderbaren Röstaromen findet man nur in gepflegten Gourmetrestaurants; ihre Zubereitung ist sehr aufwändig.
Zum Abschluss bestellte ich einen kleinen Zitronen-Cheesecake. Er bestand aus einem luftigen Frischkäsemousse auf Kekskrümeln. Die Kombination entsprach einem klassischen Cheesecake, nur in einer luftigeren Variante. Der feine Zitronengeschmack und die knusprig-süssen Kekskrümel waren ein Gedicht. Mit CHF 6.50 war er ein echtes Schnäppchen.
Ich würde jederzeit gerne wieder in der Haberbüni essen gehen, sei es am Mittag oder am Abend. Am liebsten mit guten Freunden, die die Atmosphäre und die gute Küche schätzen.