Highlight
- 🌿 Grosse Terrasse unter grünen Kastanienbäumen – im Sommer ein Traum
- 🥟 Knuspriges Cordon Bleu als überraschende Spezialität auf der italienischen Karte
- 🍞 Pizzabrot im Papierbeutel serviert – eine geschmackvolle Aufmerksamkeit
- 👨🍳 Der Chef begrüsst und verabschiedet seine Gäste persönlich
Atmosphäre: Italienische Terrasse in Holligen
Die Trattoria Bella Italia liegt an der vielbefahrenen Freiburgstrasse im Berner Quartier Holligen. Von aussen wirkt das Restaurant unscheinbar in einer Häuserzeile – doch wer eintritt, entdeckt das eigentliche Highlight: eine grosszügige Terrasse, die von grünen Kastanienbäumen beschattet wird. An warmen Abenden wird hier draussen das Leben genossen.
Das Interieur ist klassisch italienische Trattoria: schlichte Einrichtung, rote Tischdecken, unkompliziert und einladend. Der Gastraum ist überschaubar, das Publikum gemischt – vom Stammtisch über Familien bis hin zu Paaren. Die Karte ist an der Wand ausgeschrieben und bietet eine breite Auswahl an Klassikern.
Der Zugang zur Terrasse erfolgt durch den Gastraum hindurch. Sobald man draussen sitzt, vergisst man den Strassenlärm der Freiburgstrasse fast – die Kastanienbäume filtern nicht nur das Licht, sondern auch die Geräusche. Es ist genau diese Mischung aus urbaner Lage und grüner Oase, die den Charme dieses Ortes ausmacht.
Die Küche: Italienisch mit Überraschungen
Die Speisekarte ist bewusst breit gehalten: Pizza aus dem Steinofen, Pasta-Klassiker wie Spaghetti Bolognese und Penne Arrabbiata, Fleischgerichte und täglich wechselnde Menüs. Was auf den ersten Blick überrascht: Das Haus wirbt mit Cordon Bleu als Spezialität – eine Hommage an die Schweizer Küche, die man in einer italienischen Trattoria nicht unbedingt erwartet.
Vorspeise: Grüner Salat mit Pizzabrot
Der Menüsalat wird mit einer würzigen Salatsauce serviert, die dem einfachen grünen Salat eine angenehme Schärfe verleiht. Besonders positiv aufgefallen ist die Brotbeilage: Das Pizzabrot wird in einem Papierbeutel serviert, der in einem Körbchen gereicht wird. Das Brot ist warm, leicht knusprig und schmeckt hervorragend – eine kleine, aber feine Aufmerksamkeit, die ich sehr geschätzt habe.
Hauptgang: Cordon Bleu mit Pommes und Gemüse
Das Cordon Bleu ist knusprig goldbraun gebacken und macht auf den ersten Blick einen ausgezeichneten Eindruck. Die Panade ist perfekt – nicht zu dick, schön knusprig. Links des Tellers befindet sich ein frischer Salat, rechts das Cordon Bleu, flankiert von Pommes Frites und Gemüse. Die Pommes sind tadellos: aussen knusprig, innen weich, goldgelb und salzig.
Beim Aufschneiden zeigt sich jedoch die Schwachstelle: Das Cordon Bleu enthält sehr viel Käse – fast zu viel. In der Mitte ist der Käse nicht vollständig geschmolzen, was darauf hindeutet, dass die Kerntemperatur beim Frittieren nicht hoch genug war. Der Schinken hingegen ist qualitativ in Ordnung. Das Gemüse ist reichhaltig mit Butter (oder Fett) überzogen, was ihm eine schwere Note verleiht. Insgesamt ein Gericht, das solide ist, aber nicht vollständig überzeugt.
Im Nachgang bleibt der Eindruck: Die Küche liefert solide, aber unaufgeregte Kost ab. Die Zutaten sind in Ordnung, die Ausführung ist handwerklich korrekt – jedoch fehlt es an der letzten Raffinesse, die aus einem guten Gericht ein grossartiges macht.
Service
Der Service ist unkompliziert und bemüht. Besonders hervorzuheben ist der Chef persönlich, der während des Service immer wieder an den Tischen vorbeischaut, nachfragt, ob alles in Ordnung ist und ob etwas fehlt. Er verabschiedet seine Gäste persönlich – eine Geste, die heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist. Der Service ist nicht aufdringlich, aber präsent, wenn man ihn braucht. Insgesamt ein freundliches, wohnliches Gesamterlebnis, bei dem man sich willkommen fühlt. Zuletzt besucht am 1. Mai 2026.